Befunderhebungsinstrumente die in dieser Praxis eingesetzt werden:

DTVP-2:

Der DTVP-2 bietet acht Subtests, die verschiedene, aber miteinander zusammenhängende Fähigkeiten der visuellen Wahrnehmung und der Visuo- Motorik messen. Die verschiedenen Subtests sind für den Gebrauch im Alter von vier bis zehn Jahren gedacht, die Reliabilität und die Validität sind empirisch geprüft. Der Test wurde von 1972 Kindern aus 12 Bundesstaaten in den USA, während einer Normierungsprobe durchgeführt. Der DTVP-2 ist die neueste Version von Frostig et al´s (1961,1966) populärer Testentwicklungen. Jeder der acht Subtests des DTVP-2kann verschiedenen visuellen Wahrnehmungsbereichen zugeordnet werden (Raumlage, räumliche Beziehung und Figur-Grund-Wahrnehmung). Zudem kann jeder Subtest entweder als motorik-reduziert oder als motorik-abhängig klassifiziert werden.

Anwendung des DTVP-2:

Der DTVP-2 verfügt über vier Hauptanwendungsbereiche:
1. Die Dokumentation von visuellen Wahrnehmungsstörungen oder visuo-motorischen Störungen und ihr Ausmaß bei einem einzelnen Kind.

2. Diagnostizieren von Wahrnehmungsproblemen. Nach der Identifizierung dieser Probleme können die Kinder weiter überwiesen werden oder behandelt werden. Kinder mit sehr niedrigen Werten, sollten zu einem Augenarzt überwiesen werden, damit dieser die Sehfähigkeit überprüft.

3. Die Effektivität von Behandlungsprogrammen zu verifizieren. Jüngste Forschungsarbeiten zeigen, dass eine Korrektur von visuellen Problemen der visuellen Wahrnehmung und der Auge- Hand Koordination, Fertigkeiten verbessern kann.

4. Als Forschungsinstrument, ist der DTVP-2 speziell einsetzbar für jene Wissenschaftler, die ein standardisiertes Instrument für die Untersuchung der visuellen Wahrnehmungsprozesse benötigen.

Movement ABC-2 (Movement Assessment Battery for Children – Second Edition)

Der M-ABC-2 ist ein international verbreiteter, standatisierter Motoriktest. Mit diesem kann die motorische Entwicklung von Kindern und Jugendlichen im Alter von 3 bis 16 Jahren erfasst werden.

Mit Hilfe dieses Befundverfahrens wird der Entwicklungsstand im Bereich Motorik überprüft. Geprüft werden dabei die fein-und grobmotorische Koordinationsfähigkeit eines Kindes (Handgeschicklichkeit, Ballfertigkeit und die Fähigkeit zur statischen sowie dynamischen Balance). Mögliche Entwicklungsstörungen der motorischen Funktionen können dadurch abgeklärt werden. Der Therapeut kann danach gezielte therapeutische Maßnahmen planen.

Gezielte Beobachtungen:

Die „Gezielten Beobachtungen“ nach Jean Ayres, deren deutsche Basis-Items einst von Antje Price formuliert wurden, und die bis heute vielfach neuen Erkenntnisständen angepasst wurden, dient der Befundung von verschiedenen Fähigkeiten von Kindern. Jean Ayres geht davon aus, dass alle über die Sinnessysteme aufgenommenen Informationen „integriert“ werden. Das bedeutet, sie werden im Nervensystem und Gehirn weitergeleitet, verarbeitet und gedeutet, so dass sie in sinnvolle, der jeweiligen Situation angemessene Handlung umgesetzt werden können. Sensorische Integration gehört zur normalen Entwicklung. Die Verbindung und Verarbeitung von Berührung, Bewegung, Körperhaltung, Riechen, Schmecken, Tasten, Hören und Sehen ist die elementare Grundlage von Handeln, Sprechen und Lernen.

Anwendung der „ Gezielten Beobachtungen“

Ob die Vernetzungen der Sinnessysteme gelegt wurde kann durch verschiedene Übungen im Test beobachtet und bewertet werden.  Der Behandlung geht eine differenzierte Befunderhebung – ausgehend vom Problem- voraus. Sie beginnt mit einer ausführlichen Befragung zur bisherigen sensomotorischen Entwicklung und zur Reaktion auf Sinnesreize. Hierauf erfolgen strukturierte und gezielte Beobachtungen und –wenn notwendig- spezielle Tests zur Sensorischen Integrationsentwicklung.  Aus Befragung, Beobachtung und Tests ergibt sich der Befund, der Stärken und Schwächensensorischer Verarbeitung aufzeigen soll und im Sinne einer prozessualen Förderdiagnostik  fortgeschrieben wird. Gemeinsam mit den Eltern und Kindern wird daraus in Verbindung mit den zuvor  geschilderten Problemen und Schwierigkeiten des Kindes ein konkret anzustrebendes Behandlungsziel zur Verbesserung der sensorisch integrativen Funktionen formuliert. Die Angebote werden in Art und Dosierung ständig kontrolliert und der Reaktion des Kindes angepasst. Der Therapeut nutzt dabei sein spezielles Wissen um neurophysiologische Prozesse und der Wirkung des verschiedenen Sinnessysteme aufeinander. Ein wichtiger Bestandteil der SI-Therapie ist die Information der Bezugspersonen und der Erzieher/Lehrer zum Umgang mit diesen Problemen und die Erarbeitung konkreter Hilfestellungen zur Gestaltung des Umfeldes, um die Entwicklung der sensorischen Integration zu unterstützen.

Salzburger-Leserechtschreibtest:

Der Salzburger-Leserechtschreibtest ist ein Verfahren zu differenzierten Diagnose von Schwächen beim Erlernen des Lesens und Schreibens Im Zeitraum Ende des 1. bis Beginn des 5. Schuljahres.

Der SLRT ist ein Einzeltest und entspricht damit den Leitlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für die Diagnose der Lese-/Rechtschreibstörung, welche eine individuelle Untersuchung des Kindes mit einem standardisierten Testverfahren vorgeben. Schwerpunkt dieses Testsystems ist die separate Erfassung von Schwächen beim Erlernen der verschiedenen Teilfertigkeiten des Lesens und Schreibens.

Die Erfassung von Schwächen des lautierenden Lesens und des lautorientierten Schreibens steht bei den jüngeren Kindern im Vordergrund. Für die älteren Kinder zielen die Testanforderungen vor allem auf die Erfassung von Schwierigkeiten bei der schnellen, automatisierten (der sogenannten “direkten”) Worterkennung und der orthographisch korrekten Rechtschreibung ab.

AFS-Test

Dieses Testverfahren ermöglicht die notwendige Kategorisierung legasthener Kinder und erleichtert die praktische Arbeit mit ihnen. Ein neues Computertestverfahren ermöglicht, mit minimaler Zeitaufwendung, eine eventuell vorliegende Legasthenie / LRS / Dyskalkulie festzustellen. Nach der Erstellung der Diagnose wird ein spezielles individuelles Trainingsprogramm entwickelt.

Ravensburger Erhebungsbogen zu grafo- und schreibmotorischen Auffälligkeiten (RAVEK-S)

Der Ravensburger Erhebungsbogen grafo- und schreibmotorischer Auffälligkeiten (RAVEK-S) dient zur Befunderhebung und als Arbeitsgrundlage für eine zielgerichtete Behandlung.

Dabei werden nach bestimmten Kriterien verschiedene grafo- und Schreibmotorische Hintergründe analysiert wie z.B.: Die Sitzposition, die spontane Blatt- / Heftlage, die Stifthaltung, eine Schriftanalyse, das Abschreiben eines Textes vom Kind, der Schreibdruck auf das Papier und auf den Stift, die Schreibbewegungen, die Schriftqualität und das Schreibtempo:

Der Mann-Zeichen-Test (MZT)

Dieser Test wird zur Diagnostik und Feststellung der Entwicklungsreife von Kindern im Alter von 4 bis 14 Jahren verwendet.

Der Heilpädagoge und Sonderschulrektor Hermann Ziler entwickelte dieses Testverfahren auf der Grundlage von 1651 Kinderzeichnungen. Der Test dient dabei als Indikator für den Entwicklungsstand des Körperschemas und des Selbstgefühls des Kindes. Der Mann-Zeichen-Test hat jedoch mit Zeichenbegabung wenig zu tun. Die Mensch-Zeichnung trifft eine Aussage über die Sicht des Kindes; wie es den Menschen sieht und wie seine Wahrnehmung ist. Das Körperschema bezeichnet die Wahrnehmung des eigenen Körpers. In einer Menschen-Zeichnung zeigt das Kind, wie es sich einen Menschen vorstellt. Mit zunehmendem Alter schaut das Kind genauer hin und nimmt mehr wahr. So kommen immer mehr Details zu einem Strichmännchen hinzu.

Die Beurteilung eines Kindes erfolgt jedoch nie nur auf der Grundlage eines einzigen Tests. Wichtig ist die Gesamtbeurteilung eines Kindes in seiner Entwicklung.

BESMath

Screening zum Erfassen von Schülerinnen und Schülern mit schwachen Mathematikleistungen Es bestehen Verfahren für die erste, zweite und dritte Klassenstufe. Liegen die Leistungen unter einem kritischen Wert, muss eine detaillierte Diagnostik durchgeführt werden. Die zu überprüfenden Inhalte sind weit gefasst. Im BESMATH 1 wird beispielsweise die Zählkompetenz, die Zerlegungskompetenz und das Lösen von einfachen Sachrechenaufgaben überprüft. Weiterhin müssen die Kinder Plus- und Minusaufgaben lösen.

DRT-5 (Diagnostischer Rechtschreibtest für 5. Klassen)

von M. Grund, G. Haug, C. L. Naumann
Hrsg. von M. Hasselhorn, H. Marx, W. Schneider

Der DRT-5 misst zum Einen objektiv die Rechtschreibleistung eines Schülers. Zum Andren können dadurch spezifische Fehlerschwerpunkte analysiert werden. Die Ergebnisse des Rechtschreibtests dienen als Grundlage für eine gezieltes Training.

Die Fehleranalyse orientiert sich an den Lehrplänen: Lautunterscheidung, Lautnachbarschaften (st/sp, pf, qu), Dehnung/Doppelung, Ableitung (durch Verlängern, von der Grundform, vom Stamm ä und a), s-Schreibungen, die Vorsilbe ver-, Groß- und Kleinschreibung.